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Sprengstoff ArtikelEin Sprengstoff ist ein chemischer Stoff oder eine Mischung chemischer Stoffe, die unter bestimmten Bedingungen sehr schnell reagieren und dabei eine relativ große Energie in Form von Hitze und einer Druckwelle freisetzen (Explosion mit Deflagration oder Detonation). Die Geschwindigkeit, mit der sich die Reaktion in dem Sprengstoff ausbreitet, bestimmt die Brisanz des Sprengstoffes.
Sprengstoffe werden zu dem größten Teil militärisch eingesetzt.
Daneben finden sie in dem Bergbau, bei Baumaßnahmen in felsigen Gegenden, bei Abrissunternehmen, in der Geologie und beim Feuerwerk Verwendung.
Zu den brisanten Sprengstoffen gehören z.B.:
- Hexanitrohexaazaisowurtzitan (HNIW oder CL-20) wird als stärkster aller chemischen Sprengstoffe genannt (mit einer Detonationsgeschwindigkeit von rund 10300 m/s).
Sie detonieren mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 Tausend m/s; wobei Schwarzpulver mit ca. 400 m/s rasch verbrennt (deflagriert). Nitropenta, RDX, HMTD sowie Nitroguanidin sind viel leichter herzustellen.
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Explosivstoffe unterteilt man in drei grundlegende Kategorien:
- Sprengstoffe
- Treibladungspulver
- Pyrotechnische Mischungen
Der älteste bekannte Explosivstoff ist Schwarzpulver, das aus natürlich vorkommenden Substanzen leicht herzustellen ist. Es besteht aus 75 Prozent Salpeter, 15 Prozent Holzkohle, 10 Prozent Schwefel.
Mischungen aus Oxidatoren und Metallpulvern bezeichnet man Flash oder auch Blitzknallsatz (BKS), sie sind den Pyrotechnischen Mischungen zuzuordnen.
Wie der Name schon sagt, explodiert ein BKS mit einem hellen Lichtblitz und einem lauten Knall unter enormer Energieabgabe, wobei manche Flashmischungen auch in Detonation übergehen können.
Eine weitere wesentliches Merkmal dieser Explosivstoffe ist es, ohne Verdämmung zu explodieren, was aber auch von der Art und der Zusammensetzung der Mischung abhängt. Dieses Merkmal macht es für die Pyrotechnik sehr bedeutend, da man mit kleinen Mengen einen vielfach lauteren Knall erzeugen kann, als das mit Schwarzpulver der Fall ist.
Das in der Pyrotechnik fast ausschließlich angewandte Gemisch aus Kaliumperchlorat und hochfeinem Aluminiumpulver (Dark Pyro Alu) explodiert schon offen angezündet mit einem ohrenbetäubenden Knall. Diese Eigenart macht die Handhabung des BKS etwas heikel, zumal das Gemisch empfindlich auf statische Aufladung reagiert.
Zu finden ist diese Mischung in Vogelschrecks und Saluten in der Großfeuerwerkerei.
Ferner werden Flashmischungen in kleinen Bombetten als Zerlegerladung eingesetzt, wobei diese dann fast stets aus Bariumnitrat und hochfeinem Aluminiumpulver bestehen.
Mischungen mit Chloraten, Nitraten und Magnesiumpulver sind nicht in dem Gebrauch, da sie teilweise hochgefährlich sind. Trotzdem sind in illegalen Böllern häufig Chlorate enthalten, die die Sprengkraft gegenüber einem "normalen" Böller in das schier Unermessliche steigen lassen.
Daneben sind auf Ammoniumnitrat (NH4NO3) basierende Sprengstoffe leicht herzustellen, da Ammoniumnitrat als Düngemittel leicht verfügbar ist. Deswegen wird es auch bei großen terroristischen Anschlägen benutzt. Ammonnitrat-Sprengstoffe sind besonders sicher, da sie eine starke Sprengladung (Booster) zu dem Zünden benötigen. In dem einfachsten Fall bestehen sie aus 94 Prozent Ammonsalpeter und 6 Prozent Dieselkraftstoff (Ammonium Nitrate Fuel Oil = ANFO).
Im Bergbau werden untertage spezielle "Wettersprengstoffe" eingesetzt, deren Explosionstemperatur aufgrund von Zusätzen von Alkalichloriden nicht ausreicht um Staub- oder Methangasexplosionen ("schlagende Wetter") auszulösen. Zu diesen Sprengstoffen zählen heute vor allem (auch wässrige) Mischungen aus Ammoniumnitrat mit niedrigem Anteil an brisanteren Explosivstoffen, welche sich durch besonders hohe Verarbeitungs- und Transportsicherheit auszeichnen.
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Moderne Sprengstoffe werden chemisch hergestellt.
Viele basieren auf Produkten der organischen Chemie und enthalten (fast) stets Stickstoff (N), Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O).
Der Sauerstoff ist wichtig, um die chemische Reaktion (die Verbrennung) durchzuführen, der Stickstoff ist wichtig, da der entstehende molekulare Distickstoff (N2) bei seiner Bildung viel Energie abgibt.
Die ersten synthetischen Sprengstoffe waren Nitrozellulose und Glycerintrinitrat (fälschlicherweise fast ausschließlich als Nitroglycerin bekannt).
Da bei diesen beiden Stoffen die Explosion sehr leicht ausgelöst werden kann, ist die Handhabung gefährlich.
Alfred Nobel gelang es 1867, Nitroglycerin in Kieselgur einzulagern und so Dynamit herzustellen. Auch andere nitroglycerinhaltige Mischungen (Holzmehl, Nitrate) werden als "Dynamite" genannt. Sie finden heute aufgrund mangelnder Sicherheit kaum noch praktische Anwendung.
Moderne Sprengstoffe basieren häufig auf Hexogen, zu dem Beispiel C4 ("Plastiksprengstoff"). Octogen galt bislang als das brisanteste Material, ist aber in der Herstellung aufwändig und sehr teuer. Es wird fast ausschließlich für Spezialladungen, zu dem Beispiel Hohlladungen, wo es auf hohe Brisanz ankommt, benutzt. Daneben ist TNT ein häufig genutzter, sehr handhabungssicherer, brisanter Militärsprengstoff.
Der militärisch und terroristisch benutzte brisante Plastiksprengstoff Semtex enthält Nitropenta, Hexogen und ein Plastifizierungsmittel.
Ein weiteres, bislang noch nicht (soweit bekannt) großtechnisch hergestelltes Material ist das Molekül Octanitrocuban ("Sorguyl"), dessen Gerüst aus acht Kohlenstoffatomen besteht, die zu einen Würfel gebunden sind und an die jeweils eine Nitro-Gruppe gebunden ist.
Dieses Material wurde nach theoretischen Berechnungen entwickelt und gilt, da es eventuell sehr dicht gepackt werden kann, als extrem gefährlich. Es hat die höchste bekannte Detonationsgeschwindigkeit von ungefähr 9300 m/s und eine Dichte von 2 g/cm³. Die wissenschaftliche Entwicklung dieses Stoffs wurde vom amerikanischen Verteidigungsministerium finanziert. Auch die Franzosen forschten intensiv.
Neben den auf der organischen Chemie basierenden Sprengstoffen gibt es auch eine Reihe anderer anorganischer Stoffe (beispielsweise Azide), die in Zündern Verwendung finden.
Hexamethylentriperoxyddiamin (HMTD) ist ebenfalls ein Initialsprengstoff, der jedoch wegen der kurzen Lagerfähigkeit keine militärische Verwendung fand.
In Knallerbsen für Kinder an Silvester wird Silberfulminat , ein Salz der Knallsäure benutzt.
In einer Knallerbse sind höchstens 25 mg enthalten. Der Stoff kann nicht in sehr großen Mengen hergestellt werden, da er auch am Eigengewicht der Kristalle zur Explosion gebracht werden kann. Auch kleine Reibung oder Erschütterung kann zur Explosion führen. Auch feuchtes Silberfulminat ist explosiv.
Anmerkung: bei Atomwaffen spricht man in dem Allgemeinen nicht von Sprengstoffen.
Buch-Tipp: Die Sprengstoffe. Ihre Chemie und Technologie ausbildung sprengmeister leider gibt es in unseren land nicht viele möglichkeiten sich ausbilden zu lassen. auch feuerwerke herstellen ist sehr gefährlich und kinder müssen sowie so ferngehalten werden. das buch ist gut verständlich und man versteht auch was man liest. wenn man mit explosiven werkstoffen arbeiten will dann soll man wissen mit welchen... |
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